Stadt, 1991

Asche, Leim

© Carl Friedrich Schroer zu: Heide Pawelzik - 2003

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die Bodeninstallation nimmt die Gestalt einer Siedlung an, die abstrakten Reihungen lassen sich als Häuserschluchten, Kasernen, Kanalsysteme, als Bürofluchten, endlose Gänge, als Schützengräben erkennen. Auch das Ordnungen. Auch
sie Ergebnisse rationaler Planungen. Die Grundrisse utopischer Städteplanung erinnern nicht selten an die von Konzentrationslagern. Hier die geplante Menschheitsbeglückung, dort der organisierte Terror. Der Argwohn gegenüber Ordnung wohnt den Installationen von Heide Pawelzik inne. Ordnung aber galt als Oberprinzip der Ästhetik. Wenn alles an seinem rechten Platz war, galt das Werk erst als gelungen und schön. Was wäre gerettet, wenn alles an seinem Platz sei? ließe sich fragen. Die schöne Ordnung wird zur Schreckensvision. Das Schreckliche ist eine Weiterführung des Schönen.

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